Beim Berufsfeuerwehrtag schnupperte der Nachwuchs in das Wachleben. 

Nicht nur wenn es brennt, ruft das die Feuerwehr auf den Plan. Bei einem Unfall eingeklemmte Menschen befreien, vollgelaufene Keller leer pumpen, Katzen von Bäumen retten – der Alltag auf der Wache ist sehr vielseitig. Die Erfahrung einer 24-StundenSchicht machte am Wochenende die Jugendfeuerwehr des Löschzugs Horneburg.

Zu Schichtbeginn gab es ein ausgiebiges Frühstück im Gerätehaus. Der Kakao war nicht ganz aufgeschlürft, da kam der erste Alarm. Einsatzstichwort: unklare Rauchentwicklung im Gewerbeobjekt. An der Einsatzstelle angekommen, machten die Kinder Bekanntschaft mit einer alltäglichen Situation der Feuerwehr – Fehlalarm. Zur Entschädigung spendierte EGO-Markt Betreiber Franz-Josef Hengesbach eine Kiste Obst.

Was machen Feuerwehrfrauen- und männer, wenn es gerade mal kein Feuer zu löschen gilt? Weiterbildung zum Beispiel. Am Gerätehaus gab es Unterricht zum Thema Leitern und Knoten. Das Fachwissen regelmäßig aufzufrischen, ist wichtig. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

Genauso wichtig ist die Fitness. Daher durfte der Dienstsport nicht fehlen – natürlich in spielerischer Abwandlung. Brennball wurde auf der Wiese hinterm Gerätehaus gespielt. Zeit für langes Verschnaufen blieb nicht, der Melder schlug Alarm.

Für den Nachmittag hatten sich die zweite Jugendwartin Lisa Schwalvenberg und Betreuerin Linda Behler etwas Spannendes einfallen lassen: Ein echtes Feuer durften die Kinder löschen – in diesem Fall einen Holzhaufen auf einem Feld. Die Herausforderung bei Einsätzen in der Landwirtschaft sind die sogenannten langen Wegestrecken. Hydranten sind meist weit weg, daher muss das Wasser mittels Pumpe und Schläuchen über eine große Distanz gefördert werden.

So kümmerte sich die Besatzung des ersten Fahrzeuges um das Löschen des Feuers, während die zweite Gruppe die Wasserversorgung sicherstellte. Beeindruckend, wie fix die Nachwuchsretter das Material aus den Gerätefächern holten und in kürzester Zeit die Flammen unter Kontrolle hatten.

Nach dem Einsatz hieß es: Nachtquartier einrichten. Wer eine Schicht einer Feuerwehr erleben möchte, muss schließlich auch auf der Wache schlafen. Zum Ausklang des Tages hatte das Betreuerteam DVDs mitgebracht. Danach hieß es: Augen zu.

Ruhig ist so eine Nacht auf der Wache aber nicht unbedingt: Zweimal weckte der Melder die Kinder und Jugendlichen. Gegen Mitternacht mussten sie eine Ölspur eines defekten Lastwagens beseitigen, ehe am frühen Morgen noch ein mit Nebel simulierter Waldbrand unter Kontrolle gebracht werden musste.

Zum Schichtende waren sich die Nachwuchskräfte einig: „Das war anstrengend, aber es hat Spaß gemacht.