Früher roch es nach faulen Eiern, heute nach Zitrone, wenn Erdgas entweicht. Schaulustige, Vieltelefonierer oder das Hausflur-Licht können dann zu einer Gefahr werden. Zündet das Gas, ist guter Rat teuer. „Das passiert zum Glück vielleicht alle 25 Jahre“, sagt Trainer Frank Hoffmann vom DMT Zentrum für Brand- und Explosionsschutz in Dortmund. Auch Hornburger Feuerwehrfrauen und -männer lern(t)en dort, fachgerecht einen Gasbrand zu bekämpfen.

Mal ist es der Baggerfahrer, der eine Gasleitung „anknabbert“ oder der defekte Hausanschluss. Gas entweicht. Alltägliche Einsätze für die Feuerwehr. Kleinere Lecks sind in Absprache mit dem Netzbetreiber schnell geflickt.
Erdgas ist geruchslos, doch durch ein sogenanntes Odorierungsmittel – einen Zusatzstoff – duftet es heute nach Zitrone. „Das ist so gewählt, dass es von den Bürgern erkannt wird“, erklärt Frank Hoffmann.
Bei rund 600 Grad zündet Erdgas. Die sind schnell erreicht. „Was passiert häufig, wenn die Feuerwehr anrückt? Schaulustige stehen an der Ecke und zünden sich eine Zigarette an“, weiß der Dortmunder Berufsfeuerwehrmann. Zwischen 700 bis 750 Grad wird eine glühende Zigarette heiß. Zündtemperatur erreicht.

Bereits auf der Anfahrt sind weitere Risikofaktoren zu bedenken: Elektrische Geräte. Eine Taschenlampe, die Türklingel oder ein Handy können reichen, um einen Brand auszulösen.
Nicht immer ist es ratsam, ein großes Haus mit vielen Wohnungen sofort zu räumen. „Was ist der natürliche Reflex, wenn es nachts an der Tür klopft? Sie schalten das Licht ein“, so Hoffmann.
Heizstrahler, Grills, Gabelstapler oder auch Autos und Busse werden häufig mit schwerem Flüssiggas (Propan, Butan oder einem Gemisch) betrieben. „Wenn der Winter kommt, wandern die Flüssiggas-Flaschen aus dem Campingwagen auch meistens in den Keller, wo sie nicht hingehören. Das sind Gefahrenquellen, mit denen man immer rechnen muss“, so Hoffmann.
Optimal werden die Flaschen draußen gelagert. Und dann gibt es da noch die großen Flüssiggastanks, wie sie häufig in ländlichen Regionen vorkommen oder Hochdruck-Gasleitungen, mit denen Großbetriebe versorgt werden.

Nach der Theorie galt es, drei praktische Übungen zu bewältigen. Es galt etwa, die Flammen bei einem Hausanschluss zu kontrollieren, um die Gaszufuhr abzudrehen und ein anderes Mal musste eine Person gerettet werden.
Bezahlt hat das Seminar, an dem auch Feuerwehrmänner aus Dorsten, Marl und Werne an drei Terminen im April teilnehmen, Gasversorger RWE. „Wir als Gasnetzbetreiber wissen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ist. Damit, falls mal was passiert, die Wehren auch kompetent reagieren können“, so Maria Allnoch, Leiterin der RWE-Kommunalbetreuung Recklinghausen.