Die 24-Stunden-Schicht ist der 14-Jährigen anzusehen. Müde, aber zufrieden streift sie die Feuerwehrjacke ab, schlüpft wieder in ihr ziviles Leben. „Nach so einem Tag wird einem echt bewusst, wie anstrengend der Beruf ist“, sagt Lisa Höltker. Bei der Jugendfeuerwehr in Horneburg hat sie einen Tag lang den Alltag eines Berufs-Feuerwehrmanns erlebt.

Dienstbeginn ist um 8 Uhr. Voller Tatendrang rutschen die neun Mädchen und drei Jungs im Schulungsraum auf den Stühlen hin und her. Sie können es kaum erwarten, ihren ersten Einsatz zu fahren. Zunächst wird gemeinsam gefrühstückt, dann steht theoretische Ausbildung an.

Die jungen Nachwuchs-Kräfte nehmen die Feuerwehrautos unter die Lupe. Sie lernen, wo sie Schläuche, Strahlrohre und Co. finden. Auch der Einsatz unter Atemschutz in einem verqualmten Raum wird im Horneburger Gerätehaus geübt. Dann heißt es: Warten…Karten spielen, Laub fegen…

Der Alarmgong. Im Neubaugebiet An der Kapelle läuft mittags ein Keller voller Wasser. Die Jugendfeuerwehr rückt aus.

Am Einsatzort wird das Stromaggregat gestartet, Schlauch- und Stromleitungen werden in den Keller verlegt und dann abgepumpt. So selbstständig wie möglich sollen die Jugendlichen ihre Aufgabe erledigen.

Wenn es mal hakt, ist das Betreuer-Team rund um die Jugendwarte Jörg Behler und Lisa Schwalvenberg zur Stelle. Dann geht es zurück ins Gerätehaus, zusammen kochen.

Viel Zeit zum Essen bleibt nicht. Ein Forstarbeiter ist unter einem Baum begraben. Die 10- bis 17-Jährigen haben alle Hände voll zu tun, den Mann mit einer Trage über die matschigen Waldwege zu retten.

Es folgt ein Fehlalarm bei Rheinzink – zum Dank gibt es vom Pförtner eine Runde Eis. Nachmittags brennen auf einem Feld Holzpaletten und am Abend wartet ein Brand in einer Garage auf die Jugendlichen. Dabei muss ein Trupp mit Pressluftflaschen-Attrappen auf dem Rücken eine Person finden und bergen. „Das war so anstrengend und ekelig, wie man unter den Masken schwitzt. Aber ein cooles Gefühl, so zu üben“, sagt Lisa Höltker.

Nach Mitternacht mussten die Zwölf dann noch zwei Männer finden, die nach einem Kneipenbesuch die Abkürzung durch den Wald genommen haben. In kleinen Trupps durchsuchten sie den Wald – und werden fündig.

Dann gibt es endlich eine Runde Schlaf, bis um kurz nach sieben. Da muss die „Wehr“ noch einmal zu einem Altpapier-Container-Brand kurz vor Feierabend ausrücken. Feuer gelöscht, Feierabend!

Und auch Oliver Freeman (14) hat es Spaß gemacht: „24 Stunden auf der Wache sind ganz in Ordnung, ich würde aber maximal 48 schaffen.“ Zur Berufsfeuerwehr will er nicht, lieber Ingenieur werden, aber Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Datteln möchte er auf jeden Fall bleiben.

Die Jugendfeuerwehr Horneburg freut sich auf neue Mitglieder. Geübt wird jeden Donnerstag in der Zeit von 19 bis 21 Uhr am Feuerwehrgerätehaus, Magdalenenstraße, in Horneburg. Interessierte Kinder und Jugendliche sind eingeladen, vorbeizuschauen.