Maike, Uli und Norwin zögerten nicht lange, als die drei freien Plätze in der Heißausbildung von den Kameraden aus Oer-Erkenschwick angeboten wurden. Sie wollten rein in die Hitze, 600 Grad Celsius erleben.

hb5Direkt nach der Ankunft im Brandhaus Lemgo ging es auch los. „Ich dachte eigentlich, es würde zuerst ein theoretischer Teil kommen. Aber nach einer kurzen Begrüßung mussten wir uns sofort ausrüsten“, sagt Feuerwehrfrau Maike. Die Nomex-Sicherheitskleidung anlegen, Atemschutzmaske übers Gesicht, die Atemluftflasche auf dem Rücken aufgedreht, ging’s zur „Wärmegewöhnungsübung“. Die acht Teilnehmer gesellten sich in einen präparierten Raum. Der Ausbilder schürte Feuer.

hb10

„Unten in der Hocke wurden es 200 Grad, oben an der Decke 600. Als der Ausbilder das Gas abdrehte, die Flamme erlosch, verteilte sich die Hitze im ganzen Raum. Meine Arme haben gebrannt, als ob ich einen schweren Sonnenbrand hätte“, sagt Maike. Sie sollte die Türklinke herunter drücken, wenn es ihr zu heiß würde. Doch die Horneburger Feuerwehrfrau hielt Stand. Im Einsatz könne man auch nicht weglaufen, auch wenn es unangenehm wird.

hb3Nach der Eingewöhnungsphase standen pro Trupp noch zwei heiße Übungen an. Mit Kameradin Debbie vom Löschzug Rapen bildete Maike den Frauentrupp. In der ersten, realistischen Übung brannte es im Erdgeschoss eines Studentenwohnheimes. Die Friteuse deckten sie ab – ein Fettbrand wird niemals mit Wasser gelöscht! – und löschten die übrigen Möbel, auch im angrenzenden Wohnzimmer.

 

In der anschließenden Manöverkritik ernteten die beiden Frauen viel Lob: „Dafür, dass wir uns nicht kannten, hätten wir sehr gut miteinander kommuniziert und hatten auch den Brand schnell unter Kontrolle“, so Maike.hb8

Bei dem zweiten Einsatz wurde ein Brand in einem Mehrgenerationenhaus simuliert. „Der Opa wird in der Werkstatt vermisst, sagte man uns“, erinnert sich Maike.

Und da unter realistischen Bedingungen – nicht nur bei extremer Hitze geübt – wurde, musste der Frauentrupp auch einen schweren Dummie aus der Werkstatt schleppen, eben so viel wie ein echter Erwachsener wiegt.

hb2

Auch diese Aufgabe haben Maike und Debbie gut ausgeführt. Ein bisschen viel Wasser hätten sie zum Löschen benutzt, so der Ausbilder.

Maikes Fazit: „Aber wir haben an diesem Tag mitgenommen, dass wir jetzt immer auch hinter die Türen gucken, denn da saß ein Kind. Das haben alle vier Trupps übersehen.“