Um im Einsatzfall etwa einen Brand bekämpfen zu können oder einen Menschen aus einer Notlage zu retten, bedarf es einer umfangreichen, hochspezialisierten Ausbildung der Feuerwehrfrauen und -männer. Diese gliedert sich in fünf Stufen:

  • Truppmann
  • Truppführer (Führer von ein bis zwei Truppmännern)
  • Gruppenführer (Fahrzeugführer)
  • Zugführer (Führer mehrerer Fahrzeuge)
  • Verbandsführer (Führer mehrerer Züge)

 

Truppmann

Die Ausbildung zum Truppmann – ein Trupp besteht in der Regel aus zwei Kräften: einem Truppführer und einem Truppmann – findet bei der Feuerwehr Datteln in einem „dualen System“ statt, d.h., dass neben der Ausbildung bei den Übungen in den einzelnen Zügen, überörtlich vier sogenannte Module absolviert werden müssen.

Diese Grundausbildung kann kreisweit erfolgen, wird seit einigen Jahren aber äußerst erfolgreich in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Castrop-Rauxel (Modul 1), Datteln (Modul 2), Oer-Erkenschwick (Modul 3) und Waltrop (Modul 4) angeboten. In den jeweils mehrwöchigen Trainingseinheiten wird abends und am Wochenende sowohl theoretisches, als auch praktisches Fachwissen vermittelt.

Während mit Modul 1 einer Erste-Hilfe-Ausbildung, einer juristischen Unterweisung und Fahrzeug-, Maschinen- und Gerätekunde der Grundstein gelegt wird, stehen im Modul 2 etwa die Menschenrettung mit der Leiter, die Selbstrettung, die Gefahren der Atemgifte und ein umfangreicher theoretischer Teil rund um brennbare Stoffe, Brandausbreitung und besondere Gefahrenquellen  – etwa bei einem Brand einer Biosgasanlage – auf dem Stundenplan. Sehr praxisorientiert ist hingegen Modul 3, in dem Löschangriffe mit verschiedenen Löschmitteln (Wasser, Schaum) geübt werden und in Modul 4 lernen die Freiwilligen unter der Überschrift technische Hilfen beispielsweise den Einsatz von Hydraulikschere – und Spreizer, um Menschen aus einem verunfallten Fahrzeug zu retten.

Die obligatorische Grundsusbildung zum Truppmann, der im Einsatzfall, bei Brandwachen oder im Innendienst stets einem Truppführer untergeordnet ist, soll innerhalb von zwei Jahren, in Ausnahmefällen innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein. In der Regel findet zusätzlich zu den vier Modellen auch noch die Sprechfunker- und Atemschutzgeräteträger-Ausbildung statt.

Truppführer
Der angehende Truppführer erhält in einem weiteren rund vierwöchigem Ausbildungsschritt Kenntnisse und Fertigkeiten, um Aufgaben als Führer eines nichtselbständigen Trupps (Angriffstrupp, Wassertrupp, Schlauchtrupp) innerhalb einer taktischen Einheit im Einsatz und bei Brandsicherheitswachen wahrzunehmen. Die Voraussetzung für die Ausbildung zum Truppführer ist eine abgeschlossene Ausbildung zum Truppmann.

Sonderfunktionen
Die Ausbildung des Truppmanns und Truppführers können durch mehrere Sonderausbildungen ergänzt werden:

☑ Atemschutzgeräteträger
☑ Führerscheinklasse C/CE
☑ Maschinist für Löschfahrzeuge
☑ Sprechfunker

Führungsfunktionen
Die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen für die Wahrnehmung von Funktionen im Einsatzdienst (Löscheinsatz und Technische Hilfeleistung) innerhalb taktischer Einheiten schließt mit der Ausbildung zum Truppführer ab.

Feuerwehrangehörige, die sich als Truppführer besonders bewährt haben, können anschließend Aufgaben im Einsatzleitdienst übernehmen. Hierzu zählen insbesondere die Gruppen- und Zugführung.

Die Ausbildung im Einsatzleitdienst erfolgt überörtlich am Institut der Feuerwehr in Münster.