Im Keller des ehemaligen Dominikanerkloster brennt ein defekter Trockner. Der dichte Rauch in Keller und Treppenhaus schneidet den Ordensschwestern Josefa und Andrea den Fluchtweg ab. Sie stehen am Fenster, rufen um Hilfe, als das erste der drei Einsatzfahrzeuge des Löschzugs Horneburg sieben Minuten nach der Alarmierung eintrifft. Um realistisch zu üben, wussten die Horneburger am Freitagabend nichts von der Jahresabschlussübung und wurden von der Sirene überrascht.

Laut Alarmbericht der werden zwei weitere Personen in dem an die Dominikus-Kirche grenzenden Gebäude vermisst. Vor Ort musste Zugführer Björn Lücke feststellen, dass noch zwei Kinder im ersten Obergeschoss sind, also sechs Personen gerettet werden müssen. Vier Trupps unter Atemschutz rücken von der Vorder- und der Hinterseite in das Gebäude vor, retten zunächst die Menschen und bekämpfen das Feuer.

Dattelns stellvertretender Feuerwehr-Chef Theo Berkel sowie Horneburgs Löschzug-Führer Frank Kuhs waren mit der Leistung der 22 Feuerwehrfrauen- und männer zufrieden. Lobend hob Berkel hervor, dass die Horneburger die Hilfsfrist von acht Minuten, die zwischen Alarmierung und Eintreffen der ersten Gruppe liegen darf, eingehalten wurde. „Man konnte ganz schnell feststellen, dass in einem Ernstfall weitere Löschzüge aus dem Stadtgebiet mit alarmiert werden müssen, da man schnell an seine Grenzen kommt“, sagt Horneburgs Löschzug-Führer Frank Kuhs.

Geübt werden muss hingegen die Organisation an der Einsatzstelle, etwa wie die Löschfahrzeuge aufgestellt werden. Aus technischer Sicht sei aufgefallen, dass die Funkgeräte bei solch großen Gebäude schnell an Ihre Grenzen stoßen, so Kuhs.