Schreckensszenario auf dem Bauernhof: Der Dachstuhl brennt, die Flammen drohen auf den Stall überzugreifen. Darin sind Rinder und Pferde untergebracht. Wie im Ernstfall mit solch großen Tieren richtig umgehen – das war Kern der jüngsten Übung des Löschzugs Horneburg in Klostern.

Das Übungsszenario: Der Dachstuhl des Wohnhauses brennt, Tochter Kathrin ist in den verqualmten Räumen eingeschlossen. Gleichzeitig droht das Feuer auf den Stall mit Rindern und Pferden überzugreifen. Erschwerend kommt hinzu, dass der am Hof gelegene Hydrant zurzeit außer Betrieb ist: Ein sogenannter Pendelverkehr muss eingerichtet werden.

Während sich die Fahrzeuge auf den Weg machen, geht ein erster Trupp über eine Leiter in die verqualmten Räume vor, um die Tochter zu „retten“. Der Großteil der restlichen Einsatzkräfte bekommt gleichzeitig eine Einweisung von Landwirt Bernhard Rüter im Umgang mit Großvieh. Zuerst werden acht Rinder in einen anderen Stall getrieben. Mit Besen und Mistgabeln „bewaffnet“, bilden die Einsatzkräfte eine Gasse zwischen zwei Ställen. Bei den kräftigen Tieren ist ein gewisser Respekt erforderlich. Die Tiere aber spielen mit – schnell sind sie in einem Stall weit ab der Flammen untergebracht.

Danach geht es an die Rettung der Pferde. Landwirt Rüter macht vor, wie man den Tieren das Geschirr anlegt und die Pferde geführt werden. „Wichtig ist hierbei, viel mit den Tieren zu sprechen“, erklärt Rüter. „Das erzeugt Vertrauen gegenüber Fremden.“ Die Einsatzkräfte finden sich schnell zurecht, innerhalb weniger Minuten sind alle Pferde auf der benachbarten Koppel in Sicherheit.

Im Winter, wenn wieder mehr Theorie auf den Dienstplänen der Dattelner Feuerwehren steht, wird das Thema in Horneburg noch mal vertieft. Mit dem Tierarzt Thomas Auferkamp werden dann Grundlagen im Umgang mit Haustieren besprochen.