Dieses Szenario erwartete die Löschzüge Rapen und Horneburg bei ihrer gemeinsamen Übung: Auf dem Firmengelände des Baumittelherstellers galt es zum einen, den Mitarbeiter aus dem Mischturm zu retten. Diese Aufgabe übernahmen die Rapener. Zum anderen musste das Feuer im Inneren des Verpackungslagers bekämpft werden. Das erledigten die Horneburger.

„Durch das viele Verpackungsmaterial, überwiegend Kunststoffe, bestand die Gefahr, dass sich das Feuer auf das angrenzende Verwaltungsgebäude ausdehnt“, erklärt Horneburgs Löschzug-Führer Frank Kuhs.

Nicht zu unterschätzen seien auch die Rauchgase, die sowohl für die Feuerwehrmänner und -frauen als auch für die Anwohner hätten gefährlich werden können.

Ein Trupp rüstete sich daher mit Atemluftgeräten aus und rückte mit einem Wasserschlauch (C-Strahlrohr) in das Verpackungslager vor, um die Flammen zu bekämpfen. Gleichzeitig errichteten die Horneburger eine sogenannte Riegelstellung, um das Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Dafür kühlten sie das Dach und das angrenzende Flachdach des Verwaltungsgebäudes mit Wasser.

Nach rund 30 Minuten war der Einsatz beendet. „Wir sind mit der Übung sehr zufrieden, wir haben alle unsere Ziele erreicht“, so Löschzugführer Frank Kuhs.

Werksleiter Detlef Ströse weiß, wie wichtig es ist, die Wehr, wenn auch nur zur Übung, zu Besuch zu haben: „Schließlich ist es für uns nur von Vorteil, wenn sich die Feuerwehr im Ernstfall bei uns auskennt.“

Insbesondere im Bereich des weithin sichtbaren Mischturms ist eine gute Ortskenntnis von Vorteil, um eine schnelle Rettung von verunfallten oder eingeschlossenen Personen zu gewährleisten. Daher sah das Szenario auch genau hier eine Menschenrettung vor.

Die beiden Löschzüge aus der Kanal- und der Stimbergstadt üben seit Jahren regelmäßig miteinander. Schließlich liegen ihre Feuerwehrhäuser demnächst nur noch rund zweieinhalb Kilometer (Luftlinie) auseinander. Dabei wechseln sich die Löschzüge mit der Ausrichtung regelmäßig ab.