Mädchen in brennender Scheune
Stephan Breuckmann / 4. Mai 2015 / Übungen

Die Sirenen heulen am Freitagabend in Horneburg. Alarm bei der Feuerwehr. In einem Reitstall ist ein Feuer ausgebrochen, zwei Mädchen werden vermisst. In der Scheune wird Stroh gelagert. Eile ist geboten. Der Löschzug Horneburg probt bei der Jahresabschlussübung 2014 den Ernstfall.

Um das Szenario so realistisch wie möglich zu fahren, wusste bis auf Löschzugführer Frank Kuhs niemand, dass es sich nur um eine Übung handelte.

Mit der Stoppuhr in der Hand wartete der Horneburger auf dem Hof Rüping, Zu den Höfen 2, in Meckinghoven auf das Eintreffen der Einsatzkräfte.

Nach sieben Minuten, die vorgegebene Hilfsfrist schreibt acht Minuten nach Alarmierung vor, war das erste voll besetzte Löschfahrzeug am Einsatzort. Nur wenige Minuten später trafen zwei weitere Fahrzeuge ein. 20 Feuerwehrmänner- und frauen standen bereit.

Ein technischer Defekt an einem Radlader im Strohlager wurde simuliert. Ein Vollbrand der Scheune drohte.

Zunächst wurden die „Flammen“ mit dem Wasser aus dem Tank des Löschfahrzeuges bekämpft und insgesamt drei Trupps suchten unter Atemschutz nach den beiden vermissten Mädchen in den Pferdeboxen. Wegen des dichten Qualms war die Sicht enorm schlecht. „Wir haben die erste Person innerhalb von vier Minuten gerettet und die zweite eine Minute später“, sagte Löschzugführer Frank Kuhs.

Derweil übernahm die Besatzung eines weiteren Löschfahrzeuges die Versorgung mit Löschwasser, legte rund 200 Meter Leitung zu einem jüngst von der Stadt Castrop-Rauxel angelegten Löschbrunnen. Nach sechs Minuten hieß es dann „Wasser marsch!“

Bei der Nachbesprechung zeigte sich Frank Kuhs mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. Bei der Ausrückzeit sei man in der Frist geblieben und der organisatorische Ablauf habe „sehr gut funktioniert“.

Wo geübt wird, werden auch Fehler gemacht. Und so herrsche „hinsichtlich der technischen Kommunikation unter den Führungs- und Einsatzkräften noch Verbesserungsbedarf“, so Löschzugführer Kuhs.

Nach einer Stunde Einsatz rückte der Löschzug 5 der Freiwilligen Feuerwehr Datteln dann wieder in das Gerätehaus an der Magdalenenstraße ein.